Wichtige Punkte, die Sie bei Führerschein Angelegenheiten in England und im EU Ausland unbedingt beachten sollten!

Interessenten rund um das Thema Führerschein aus dem Ausland sollten stets einige grundlegend wichtige Dinge beachten. Dies gilt sowohl für England, aber auch für die gesamte Europäische Union, also zum Beispiel auch für Führerscheine aus Polen, Ungarn, Tschechien usw. Wir haben hier einige der wichtigsten Punkte zusammengefasst, die wir Ihnen gerne nahelegen möchten.

Nochmals eine Warnung zum Thema Wiedererteilung - ein ungültiger, rechtlich nicht sattelfester Führerschein ist eine tickende Zeitbombe!

Auch wenn mancher Betroffene es einfach nicht versteht und dann mit negativen Erfahrungsberichten und Kommentaren im Netz abstraft und behauptet, er wäre abgezockt worden, hätte keinen Führerschein bekommen oder "kaufen können" und alles wäre nur Betrug:

Eine Wiedererteilung ist leider ein völlig anderer rechtlicher Akt als beispielsweise ein Neuerwerb oder die Umschreibung eines gültigen Führerscheins.

Ob eine Wiedererteilung eines in Deutschland entzogenen oder zum Entzug drohenden Führerscheines in England (aber auch in jedem anderen EU Land, in dem EU Recht gilt) wiedererteilt werden kann, hängt in der Tat im Wesentlichen von der Vorgeschichte und der Meldung des Kraftfahrtbundesamtes an die jeweilige Führerscheinbehörde (in Grossbritannien ist das die DVLA) ab. Wenn das deutsche Kraftfahrtbundesamt der englischen Behörde bei der Prüfung der Unterlagen mitteilt, dass der Führerschein endgültig entzogen wurde und die Fahrerlaubnisklassen somit final erloschen sind, geht die englische Behörde grundsätzlich auch davon aus, dass dann auch eine Wiedererteilung nicht möglich ist.

Es kann nichts wiedererteilt werden, was bereits endgültig entzogen wurde.

Warum das Thema Wiedererteilung oft sehr komplex ist:  

Einer Wiedererteilung ist stets eine Vorgeschichte vorangegangen, also meist ein Straftatbestand wie z.B. Alkohol im Straßenverkehr, ein polizeilicher Entzug, eine gerichtliche Verhandlung, in der Regel eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung und manchmal sogar eine richterliche Verurteilung.

Eine Wiedererteilung, die zu einem LEGALEN Führerschein führen soll, ist ein kompliziertes, rechtliches Verfahren und niemals "easy going", wie sich so mancher das vorstellt. Da es sich noch dazu um ein behördliches Verfahren handelt, an dem in der Regel zwei unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Rechtssystemen (Deutschland, England) und unterschiedlichen Behörden (KBA und DVLA) in noch dazu unterschiedlichen Sprachen (Deutsch/Englisch) beteiligt sind, können stets Probleme auftreten.

Was bedeutet der Code 70D auf dem Führerschein und wann ist dieser schädlich und wann nicht?

Die EU hat internationale Schlüsselcodes zusammengefasst und vereinheitlicht, die in der gesamten EU nunmehr Gültigkeit haben. Man findet diese Schlüsselcodes zum Beispiel auf der Rückseite seines Führerscheines.

 

Der Code "70" besagt nichts anderes, als dass der Führerschein umgeschrieben wurde, also auf der Grundlage eines bereits existierenden Führerscheins basiert. Der Code "D" steht hierbei für Deutschland, jedes Land hat sein eigenes Länderkennzeichen.

 

Dieser Code ist also zunächst völlig wertneutral und natürlich nicht schädlich. Denn die Umschreibung eines gültigen Führerscheins in einen anderen ist ein rechtlich völlig legales Vorhaben ohne jegliche Konsequenzen.

 

Schwierig wird die Sachlage nur dann, wenn der ursprüngliche Führerschein ungültig war. Dann wurde aufgrund eines ungültigen Führerscheins ein anderer Führerschein umgeschrieben. Hier gilt der Grundsatz, dass dann auch der umgeschriebene Führerschein ungültig ist, was natürlich auch richtig ist.

 

Wenn ein Führerschein nicht umgeschrieben wurde, also zum Beispiel Führerschein, der völlig neu gemacht wurde, ist selbstverständlich auch dieser Code nicht auf dem Führerschein abgedruckt.

 

Fazit:

 

D70 Code schädlich dann, wenn der alte Führerschein ungültig war, ansonsten nicht schädlich!

Bitte beachten Sie folgende wichtige Voraussetzung beim Neuerwerb eines Führerscheins im Ausland:

Bei einem Führerschein Neuerwerb im EU Ausland (also auch in England) ist die sog. 185 Tage Regelung einzuhalten. Das bedeutet, dass sich eine ausländische Behörde (also z.B. auch die DVLA) erst dann für Ihre Führerschein Angelegenheit zuständig fühlt, wenn sie davon ausgeht, dass Sie sog. UK Resident sind, also auch in England Ihren Wohnsitz haben. So sieht es auch das Gesetz im übrigen EU weit vor, diese Regelung gilt also auch für jeden Führerschein eines anderen Landes der EU!

 

Sie müssen beim Thema Führerschein also immer davon ausgehen, dass die jeweilige Behörde (egal, ob in England, Deutschland, Italien oder sonstwo) davon ausgeht, dass Sie nunmehr in dem entsprechenden Land  wohnen und dort Ihren Führerschein machen möchten, um dann Ihrer Arbeit usw. nachgehen zu können. Ob Sie damit in einem anderen Land, zum Beispiel in Deutschland oder in Amerika Auto fahren möchten, interessiert die Behörde natürlich nicht.

 

Denken Sie also immer auch "anders herum". Auch einer deutschen Behörde ist es grundsätzlich egal, ob Sie mit Ihrem deutschen Führerschein in England oder Spanien Auto fahren möchten oder dort zum Beispiel einen Entzug, eine MPU Auflage oder eine Sperre haben.

Einer der größten Fehler den viele machen - mit einer Billigadresse sparen Sie garantiert am falschen Ende!

Laut EU Richtlinie werden ausländische Führerscheine in einem anderen Mitgliedsland nur dann anerkannt, wenn die sogenannten Wohnsitzerfordernisse eingehalten werden.

Stellen Sie sich bitte folgendes "worst case" Szenario vor:

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Wiedererteilung oder Umschreibung geschafft und sind im Besitz eines Führerscheines aus England. Bei der auf Ihrem Führerschein abgedruckten Wohnsitzadresse handelt es sich jedoch um eine günstige „Postresidenz, Postadresse, Private Postadresse oder ähnliches“.

Einige Jahre später haben Sie einen Unfall, schlimmstenfalls auch noch mit einem Personenschaden. Gehen Sie dann davon aus, dass die deutsche Behörde, Polizei und unter Umständen auch die Staatsanwaltschaft intensiv prüfen wird, ob die auf Ihrem englischen Führerschein abgedruckte Wohnadresse auch eine tatsächlich vorhandene Wohnadresse war oder es sich dabei um eine „Fakeadresse, reine Postkasten / Briefkastenadresse oder völlig überbelegte Adresse handelte. Wird man Ihnen das nachweisen können (und das wird man!), wird man die Gültigkeit Ihres Führerscheins anzweifeln und Ihnen die Straftat „Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis“ vorwerfen. Dies könnte für Sie gravierende Folgen haben. Denn bei einem Personenschaden könnte dann schnell eine „fahrlässige Körperverletzung“ mit erheblichen strafrechtlichen und dann auch finanziellen Risiken daraus werden.

Unser dringender Ratschlag – sparen Sie ja nicht am falschen Ende:

Bitte sparen Sie niemals an der Qualität Ihrer Wohn- oder Meldeadresse in England, auf die Ihr Führerschein angemeldet werden soll. Gehen Sie immer davon aus, dass Sie zum Beispiel für 10, 20 oder 30 Euro pro Monat niemals eine Adresse erhalten werden können, die einer Überprüfung standhaltenden wird – denn Hand aufs Herz: Wenn Sie darüber nachdenken, ob Sie so etwas zum Beispiel in Deutschland für diesen Betrag erhalten könnten, werden Sie sicherlich bestätigen, dass dies schlicht und einfach gesagt unmöglich ist!

Eine "Meldeadresse in England für 10-30-- Euro im Monat" - wann erfüllt diese Ihren Zweck?

Bei einer "Meldeadresse" (besser gesagt reine Postadresse) für 10 - 30.-- Euro pro Monat, wie sie von verschiedenen Anbietern im Netz offeriert wird, müssen Sie bei logischer Betrachtung davon ausgehen, dass diese niemals als Beweis der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wohnsitzerfordernisse standhalten kann. Solche Billigadressen sind sicherlich nutzbar, wenn es zum Beispiel um Standardpost ohne besondere Wichtigkeit geht. Bei Führerscheinen jedoch kann (wird) Ihnen die Verwendung einer solchen Adresse bei der Antragstellung früher oder später zum Verhängnis werden. Wir kennen Fälle, bei denen ein Führerschein selbst nach Jahren rückwirkend wieder aberkannt wurde (nebst Verfahren), weil eine solche Adresse bei der Antragstellung verwendet wurde. Passen Sie also auf!  

Und noch ein weiterer Ratschlag:

Glauben Sie niemals, dass die englische Führerschein Behörde DVLA sich in Unwissenheit badet oder gar hinter dem Mond lebt. Selbstverständlich kennen die Behörden sogenannte „Postresidenzen“ und werden Ihnen auch im Nachhinein sofort den Führerschein wieder aberkennen, wenn die Behörde DVLA feststellt, dass Sie mit einen solchen Adresse bei der Beantragung gearbeitet haben.  Darüber hinaus haben Sie dann möglicherweise neben den oben genannten Risiken auch noch mit einem Verfahren in England (neben einem event. Strafverfahren in Deutschland wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis) zu rechnen.

Definitiv keine Wohnsitzadressen!

Briefkastenadressen

Hotels, Pensionen

Fakeadressen

Überbelegte Adressen

Sind Sie Inhaber eines britischen Führerscheins, jedoch ohne plausible und aktuell gültige Adressangabe auf dem Führerschein? Dann passen Sie bitte auf!

Der englische Führerschein erfüllt in England zum einen natürlich den Zweck, dass er die Fahrerlaubnisklassen im Strassenverkehr dokumentiert. Er dient andererseits aber auch als offizielles Dokument ähnlich dem deutschen Personalausweis (nachdem der britische Personalausweis bereits vor Jahren abgeschafft wurde).

 

Haben Sie auf Ihrem britischen Führerschein eine Adresse, die mit der Realität nicht mehr übereinstimmt, oder aber eine Adresse, unter der Sie seit Jahren keinen Zugriff mehr haben oder gar eine Post- oder Briefkastenadresse, dann sollten Sie höchst vorsichtig sein und diese sofort modifizieren.

 

Denn es drohen gleich 2 Gefahren: Zum einen kann Ihnen die britische Behörde hier ein kostenintensives Verfahren anhängen und Ihnen sogar den Führerschein sofort entziehen, da Sie verpflichtet sind, die Adresse stets aktuell zu halten. Zum anderen kann Ihnen im Falles des Falles, also zum Beispiel bei einem Unfall oder einer Kontrolle in Deutschland die Behörde die Auflage machen, einen Beweis dafür zu erbringen, dass Sie unter der angegebenen Adresse auch tatsächlich angemeldet sind.

 

Dies passiert übrigens regelmäßig mit Führerscheinen aus Polen, Tschechien und Ungarn. Sollten Sie dann jedoch nicht in der Lage sein, diesen Beweis zu erbringen, kann Ihnen die Gültigkeit des Führerscheins in Deutschland sofort entzogen werden, da man Ihnen vorwirft, Sie hätten die Wohnsitzerfordernisse nicht eingehalten.

Beachten auch Sie als Inhaber eines englischen Führerscheins unbedingt die Brexit Strategie der britischen Regierung für EU Bürger, die in UK leben!

Im Juni 2017 wurde seitens der britischen Regierung ein offizielles Angebot für das Wohn- und Bleiberecht von EU Bürgern in Grossbritannien vorgestellt.

 

Dieses Angebot sieht vor, dass EU Bürger, die vor einem bestimmten "cuttingpoint" also einem bestimmten Stichtag, in England einen Wohnsitz begründeten, diesen ohne besondere Einschränkungen behalten werden können und dann auch das sich nach 5 Jahren ergebende unbefristete Bleiberecht erreichen können.

EU Bürger, die vor nach diesem "cuttingpoint" ihren Wohnsitz in England begründen, werden sich zukünftig deutlich stärkeren Regularien unterziehen müssen, d.h. dann auch unter Umständen einen Arbeitsplatz udgl. nachweisen müssen, wenn sie langfristig im Lande bleiben möchen.

 

Gleichzeitig will die britische Regierung in den nächsten 1-1,5 Jahren damit beginnen, EU Bürger, die im Lande leben, mit einer speziellen ID Card auszustatten, die genau diesen Status dann offiziell dokumentiert.

 

Dieses Angebot kann in der Tat auch Auswirkungen auf die Inhaber eines britischen Führerscheins haben:

 

Denn diese Personen sind selbstverständlich bei der britischen Führerscheinbehörde DVLA als Inhaber einer gültigen Fahrerlaubnis registriert und sollten deshalb tunlichst darauf achten, dass die in ihrem Führerschein eingetragene Adresse zum einen gültig und aktuell ist, zum anderen sollten sie sich darum sorgen, dass eine entsprechende Vorbereitung für diesen oben genannten Meldestatus sicherlich präventiv nicht nachteilig sein kann.

 

Bitte sorgen Sie also schon jetzt entsprechend vor, denn noch ist dieser "cuttingpoint", also der Stichtag noch nicht genannt!

Print Print | Sitemap
© Führerschein-Service-England.com