Tipps und Erfahrungen aus der Praxis zum Thema Umschreibung / Wiedererteilung / Neuerwerb des Führerscheins in England

In zahllosen Beratungsgesprächen mit Klienten und Interessenten zum Thema Chancen und Risiken der Führerschein Beantragung im EU Ausland kommen oft auch Fragen und Bedenken über die rechtliche Handhabe, die Gültigkeit, Chancen und Risiken und auch die Seriosität von Inernetangeboten oder auch wichtige und kritische Fallstricke bei der Beantragung und Abwicklung zur Sprache.

Hier eine Reihe von persönlichen Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Wiedererteilung / Umschreibung / Neuerwerb eines Führerscheines im Ausland. Wir haben uns hierbei primär auf die Beantragung in England konzentriert, jedoch sind die meisten dieser Punkte auch auf jedes andere EU Land übertragbar.

Was passiert, wenn ein Original - Antrag bei der DVLA falsch ausgefüllt wurde?

Ein falsch ausgefüllter Antrag ist keine Katastrophe und kann natürlich geheilt werden. Wenn es Unklarheiten mit einem Antrag gibt, teilt die Behörde dies schriftlich mit und fragt nach. Eine Ablehnung des Antrags, z.B. nur weil ein Kreuz vergessen wurde, ist nicht möglich, sondern stets heilbar.

Wie entscheidet die englische Behörde DVLA?

Die Behörde entscheidet selten beim ersten Mal, und wenn auch nur dann, wenn es keinerlei Rückfragen gibt und mit der Antragstellung keinerlei Unklarheiten auftreten. Dennoch sind britische Behörden dafür bekannt, dass diese sehr kooperativ und kundenfreundlich sind. Man wird dort als Kunde ernstgenommen und nicht, wie dies oftmals in Deutschland der Fall ist, als "Störfaktor" betrachtet.

Gibt es seitens der Behörde Rückfragen, sind diese zeitnah zu beantworten, sonst lehnt die DVLA ab.

Werbe Floskeln auf Internetseiten, die schlicht und einfach unwahr sind:

Trauen Sie niemals Floskeln wie „in England nehmen es die Behörden nicht so genau mit dem Wohnsitz“ oder „in England ist alles kein Problem“ oder „in England können Sie einen Führerschein kaufen“ oder „Postadresse in England genügt, prüft eh keiner“ oder „im Post Office wird über Ihren Führerschein entschieden“ oder „mit der Abgabe Ihres Antrags ist alles erledigt und der neue Führerschein flattert kurze Zeit später ins Haus“.

 

England ist keine Bananenrepublik!

 

Beachtung der Wohnsitzerfordernisse in England bei der Antragstellung – wichtig oder nicht?

Das ist sogar ein ganz entscheidender Punkt. Wenn Sie diesen zu locker angehen nach dem Motto „wird schon gutgehen“ setzen Sie sich einem großen Risiko aus. Gerade dieser Punkt sollte sehr strategisch geplant werden, damit er Ihnen langfristig nicht auf die Füße fällt. Gerade bei diesem Punkt trennt sich bei vielen Anbietern schnell die Spreu vom Weizen.

Kann man in England einen Führerschein kaufen?

Nein, definitiv nicht.

Gibt es eine Garantie für eine Wiedererteilung Ihres Führerscheins in England?

Nein, die gibt es leider nicht. Eine Wiedererteilung ist ein komplexes behördliches Verfahren, die Entscheidung, ob eine Wiedererteilung zum Erfolg führt oder nicht, trifft hierbei stets die zuständige Führerscheinbehörde. Selbstverständlich lehnt die Führerscheinbehörde DVLA Anträge auf Wiedererteilung auch ab, wenn sie Zweifel hat, dass eine ordnungsgemässe Wiedererteilung möglich wäre. Es bleibt dann nur die Möglichkeit des Neuerwerbs.

Gibt es so etwas wie eine "Geld zurück Garantie" von Vermittlern, wenn es nicht klappt?

Nein, in der Regel grundsätzlich nicht. Es ist bei und beratenden Leistungen völlig unüblich, dass auf Erfolgsbasis gearbeitet wird. Denn genau dieser Punkt wäre sogar ausgesprochen gefährlich für den Vermittler. Denn würde der Vermittler auf Erfolgsbasis arbeiten, wäre er sofort mit in der Haftung, wenn beispielsweise sein Klient wichtige Fakten verschweigt und diese aus Nichtwissenheit bei der Beantragung nicht angeben würde. Es gibt eben leider auch "Spezialisten" die dann im Falle des Falles unterstellen würden, man "hätte das doch gewusst, dass es z.B. schon die dritte Trunkenheitsgeschichte war und nicht die erste, so wie beim Antrag angegeben..."

Kann man in England einen Führerschein trotzdem erhalten, wenn dieser endgültig entzogen wurde?

Ja, aber nur durch Neuerwerb, nicht durch Wiedererteilung. Man kann dann jedoch die MPU Auflage in Deutschland umgehen, die man sonst auch beim Neuerwerb in Deutschland zu erfüllen hätte und so in der Tat wieder in den Genuss der Mobilität kommen. 

Werden die Angaben des Antragstellers von der DVLA  geprüft?

Ja, sogar genau. Jede Angabe des Antragstellers wird abgeglichen und auch komplett beim KBA nochmals nachgefragt bzw. abgeglichen. Darum auch die Einreichung von Originalausweisen.

Muss man in England einreisen, damit man einen Führerschein erhalten kann?

Ja, definitv. Denn Sie müssen gesetzlich, wie in jedem anderen Land der EU auch, die sogenannten Wohnsitzerfordernisse einhalten. Wenn Sie noch nie in England waren, werden Sie definitiv ein Problem mit der Glaubwürdigkeit haben, wenn man Sie fragen sollte, wie Sie dort wohnen wollen, wenn Sie noch nie da waren.

Genügt eine günstige Postadresse / Postresidenz / Briefkastenadresse als langfristige Meldeadresse?

Nein, keinesfalls. Wir raten strikt davon ab, da Adressen von der Behörde geprüft werden und die Adresse als sog. Wohnsitzadresse in Ihrem Führerschein abgedruckt wird. Wenn sich herausstellen sollte, dass Ihre Adresse ein Briefkasten, ein Büro, eine Garage oder eine völlig überbuchte Adresse war, haben Sie definitiv ein Problem und das Thema England Führerschein hat sich für Sie ein für alle Mal erledigt. Bedenken Sie auch, dass Ihre Adresse in England im Führerschein steht und Sie zur Aktualisierung verpflichtet sind, da der Führerschein in England oft auch die gleiche Funktion wie der Personalausweis in Deutschland erfüllt.

Überprüft die englische Behörde die Meldeadresse?

Ja, das tut sie definitiv. Manchmal, wenn berechtigte Zweifel aufkommen, sogar akribisch. Wir warnen hierbei besonders vor dem Fall, der immer wieder mal passiert: Wenn Mandanten bereits früher einen "Führerschein Versuch" unternommen haben, der bei der englischen Behörde "sauer aufgestossen" ist und versuchen, dies nun ein zweites, drittes oder sogar viertes Mal über uns zu lösen, ohne uns davon in Kenntnis zu setzen, dann verlangt die Behörde einen sogenannten proof of address, also eine aktuelle Energieabrechnung, Gemeinde Steuerrechnung, Bankauszug oder dergleichen, um die Glaubhaftigkeit zu untermauern.

Gibt es Probleme mit einem UK Führerschein in Deutschland?

Nein, definitiv nicht, wenn dieser ordnungsgemäss unter Beachtung der innerhalb der EU gesetzlich geregelten Bedingungen (Wiedererteilung nicht während einer gerichtlich auferlegten Fahrverbotssperre, Einhaltung der Wohnsitzerfordernisse) ausgestellt wurde. Dann wird dieser vollumfänglich anerkannt und wird Ihre Mobilität sicherstellen.

Wie "gefährlich" bzw. "sicher" ist das eigentlich grundsätzlich mit einem EU Führerschein?

Der EU Führerschein aus einem anderen EU Land ist und bleibt für die meisten mit Führerschein Entzug in Deutschland die einzige Alternative, die Mobilität und damit auch die Sicherung der Existenz und des Einkommens wieder zu gewährleisten. Für viele, die nicht im Großstadt Bereich und damit im Zentrum von öffentlichen Verkehrsmitteln leben, ist das Fahren eines Autos ein existentielles Grundbedürfnis und sichert den Weg zum Arbeitsplatz, zum Arzt oder eben auch um die Oma zu besuchen, die sonst einsam und alleine ihren Lebensabend verbringen müsste.

 

Und es ist in der Tat ein gangbarer Weg, der auch völlig legitim beschritten werden kann. Allerdings eben nicht so leichtfertig, wie so mancher dies vorstellt. Sonst sind Probleme vorprogrammiert und dem deutschen Führerscheinbeamten werden entsprechende „Angriffs Flächen“ geboten, die ihn zur "Höchstform" auflaufen lassen könnten.

 

Was halten wir von Führerscheinangeboten aus Polen, Ungarn oder Tschechien?

 

Grundsätzlich wäre auch ein Führerschein aus Polen, Ungarn und Tschechien  kein Problem, wäre nicht das leidige Thema, dass aufgrund des enormen Führerscheintourismus der vergangenen Jahre speziell nach Polen und Tschechien diese Führerscheine sehr kritisch seitens der deutschen Behörden betrachtet werden.

 

Brexitantrag im Februar 2017 und England Führerschein - Probleme mit der Anerkennung?

 

Am 23. Juni 2016 stimmten die Engländer – oder besser gesagt die Bürger des Vereinigten Königreiches von Großbritannien (England, Schottland, Wales)  und Nord Irland in einer sehr knappen Volksabstimmung über einen Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union. Im Februar 2017 wurde nunmehr das offizielle Austrittsgesuch eingereicht.

Leider sind – völlig anders als erwartet - die politischen Debatten zum Thema der zukünftigen Behandlung von EU Bürgern mit Wohnsitz in England, ebenso wie natürlich auch von Briten in der EU, nach wie vor völlig offen. Es erwächst der Eindruck, dass gerade dieses Thema als sog. „Bargaining Chip“ verwendet wird, um gegenseitigen Druck bei den Verhandlungen auszuüben.

Dieses Szenario jedoch auch unmittelbaren Einfluss auf die Anfechtbarkeit bzw. Gültigkeit eines Führerscheins aus England und kann für den Betroffenen negative Folgen haben.

Sie finden hier auf dieser Seite unter der Rubrik "Brexit" weitere Informationen!

Gibt es seriöse Vermittler im Auslands Führerscheingeschäft?
 

Ja, natürlich!

Was ist dran an der Aussage “England hat kein Meldegesetz, dort ist alles easy going”?

Dies ist mit Verlaub gesagt Bauernfängerei und das bewusste „Herunterspielen“ von wesentlichen Faktoren von Vermittlern, die zumeist nicht in England sitzen oder aber von solchen, die Kunden meist dann mit zumeist fadenscheinigen Ausreden im Regen stehen lassen, wenn es Probleme gibt.

Selbstverständlich hat England kein Meldegesetz entsprechend dem deutschen BMG (Bundesmeldegesetz). Dennoch gibt es auch ohne dieses Gesetz viele andere Möglichkeiten zu prüfen, wie real jemand in England ist oder nicht.

Klassische Prüfungsmöglichkeiten sind eine Überprüfungsanfrage bei der sog. „Border Control“, die stets dokumentiert, wann jemand eingereist ist (England ist nicht im Schengener Abkommen!). Ferner dienen Mietverträge, sogenannte „proofs of address“, wie z.B. Strom- oder Gasrechnungen, Eintragungen in der „electorial roll“, also einem öffentlichen Wählerverzeichnis und natürlich die Vorlage einer „National Insurance Number“ also einer englischen Sozialversicherungsnummer oder auch ein englisches Bankkonto. Gehen Sie davon aus, dass die Behörde nachfragt, wenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit Ihrer Angaben aufkommen. Darum empfehlen wir unseren Klienten immer, sich dem Thema der Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis in England auch persönlich wenigstens für eine gewisse Zeit zu widmen.

Denn die dadurch gewonnene Wiedererlangung Ihrer Mobilität mit allen damit verbundenen Vorteilen und neuen Chancen lohnt diesen Aufwand allemal!

Wenn ein Vermittler oder Berater nicht direkt in England sitzt: Bringt das was?

Unserer Erfahrung nach sind dann die Probleme meist vorprogrammiert. Stellen Sie sich einfach vor, Sie suchen qualifizierten und professionellen Rat in Deutschland und sollen diesen von Jemandem erhalten, der z.B. in Irland sitzt und von dort aus Ihre Angelegenheiten in Deutschland steuern soll. Das wird in der Regel problematisch. Genauso verhält es sich, wenn jemand für Sie kompetente Leistungen in England erbringt, jedoch in einem ganz anderen Land sitzt. Wir empfehlen deshalb immer, sich für einen lokal ansässigen Partner zu entscheiden, der schnell und kompetent reagieren kann.

Können Sie einen Führerschein in England auch ohne einen Berater beantragen?

Selbstverständlich geht das! Denn jeder Engländer und auch EU Bürger, der beispielsweise hier in England lebt, macht dies stets in Eigenregie!

Was ist dran an Empfehlungen in Foren wie "Gutefrage.de usw" ?

Man stellt fest, dass nahezu jeder Vermittler (auch die uns bekannten absolut seriösen) im Internet auch schlechte Bewertungen "einfängt" und ihn so mancher Nutzer dort als "Betrüger oder Abzocker" hinstellt - wahrscheinlich, weil es eben bei dem dann enttäuschten oder frustrierten Nutzer nicht mit der Wiedererteilung geklappt hat. Auch wir sind vor solchen Kritiken nicht gefeit.

Bedenken Sie jedoch immer: Eine Wiederteilung, die ausschließlich von einer Behörde genehmigt wird, mit allen damit verbundenen rechtlichen Voraussetzungen, ist eben etwas anderes, als wenn man bei Amazon einen Staubsauger kauft.

Man sollte sich deshalb immer vor Augen halten - die Wiedererteilung eines entzogenen Führerscheins ist ein rein behördlicher Vorgang, der bei Ungültigkeit sehr schnell im Strafrecht endet und bei Personenschäden zu erheblichen strafrechtlichen Risiken führen kann. Nicht der Vermittler entscheidet über die Wiedererteilung, sondern ausschließlich die Behörde.

Es würde in der Tat der betreffenden Person auch nichts nutzen, einen Führerschein im Ausland wiedererteilt zu bekommen und diesen in Deutschland zu benutzen, wissend oder unwissend, dass dieser von vorneherein für ungültig erklärt wird – zu groß wäre das Risiko, dass sich ein solcher ausländischer Führerschein in Deutschland als gefährliche Retourkutsche herausstellen könnte oder sich gar bei einem Unfall oder Personenschaden in Deutschland zum Alptraum mit erheblichen strafrechtlichen Folgen für den Fahrzeugführer entwickeln würde. Bitte unterschätzen Sie niemals das Risiko eines Unfalls mit Personenschaden – Sie brauchen nicht einmal selbst schuld sein!

Insofern halten wir Foren, in denen (meist anonyme Nutzer) sich darüber auslassen, dass sie "keinen Führerschein" bekommen haben, obwohl Sie Geld bezahlt haben, oft als sehr kontraproduktiv. Ein ungültiger Führerschein, bei dem der Nutzer im schlimmsten Falle sogar mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen muss (z.B. bei einem Unfall mit Todesfolge), ist eben wie schon gesagt etwas anderes als der Kauf eines Staubsaugers bei Amazon.

Wann empfehlen wir einen Vorab Check der Unterlagen vor Einreichung?

Auch wenn es ein bisschen was kostet - leider haben viele Anträge nur wenig bis gar keine Erfolgschancen oder sollten im Vorfeld entsprechend aufbereitet werden, damit ein Antrag auf Wiedererteilung nicht von vorne herein zur Ablehnung führt. Die Investition lohnt sich allemal und dient letztlich Ihrer persönlichen Entscheidungsfindung für den besten und sichersten Weg zur Wiedererlangung Ihrer Mobilität.

Welche Auswirkungen hat der Vermerk "The person above is not holder of a valid German driving licence" auf dem KBA Auszug des deutschen KBA bei der Wiedererteilung?

Bei der Beantragung einer Wiedererteilung im Ausland fordert die ausländische Behörde (in England ist dies die DVLA) in der Regel neben dem Antrag auch die Vorlage eines KBA Auszugs bzw. ZFER Auszuges des deutschen Kraftfahrtbundesamtes (KBA), um die im Antrag beantragten Fahrerlaubnisklassen zu prüfen. Oft erhält man bei der Beantragung in Flensburg dann einen Auszug wie folgendes Muster. Wir bieten speziell zu diesem Thema unter der Rubrik "Hilfestellung" Sonderberatungen an.

Wie geht man mit englischer Behördenpost seitens der DVLA um?

 

Bei der Antragstellung aber auch nach Erteilung eines Führerscheins erfolgt in der Regel manchmal ein recht umfangreicher Schriftverkehr mit der englischen Führerscheinbehörde DVLA, so wie man es auch von deutschen Behörden kennt. Es geht dann oft darum, zum Beispiel weitere Unterlagen beizubringen oder auch besondere Firsten zu beachten (z.B. bei der Adressummeldung, wenn sich diese geändert hat). Wesentlich ist zumeist so wie in Deutschland, dass auf diese Briefe fristgerecht reagiert wird. Leider sind diese Briefe oft in einem typischen "Amtsenglisch" gehalten und führen manchmal auch zu Missinterpretationen oder Unverständnis.

Speziell zu diesem Thema bieten wir unter der Rubrik "Hilfestellung" Sonderberatungen an. 

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