Meldeadresse in England, Einhaltung der Wohnsitzerfordernisse für den Führerschein

Anders als in Deutschland gibt es in England zwar kein offizielles Meldegesetz.  Als EU Bürger haben Sie ferner (noch) das Recht, sich unbefristet in England auszuhalten, wann immer man möchte.

 

Wer jedoch gezielt Leistungen auf der Insel beanspuchen möchte, wie zum Beispiel die Suche nach einer passenden Wohnung, die Eröffnung eines Bankkontos, die Beantragung einer Sozialversicherungsnummer, die Anmeldung von Kindern für eine englische Schule, die Bewerbung für eine Arbeitsstelle, die Aufnahme einer Tätigkeit oder eben auch die Beantragung einer EU weiten Fahrerlaubnis / Führerschein in England bedarf stets obligatorisch einer validierbaren Meldeadresse in England (UK) und auch einer englischen Telefonnummer, unter der man erreichbar ist. Kann man dieses nicht vorweisen, so sind Ihnen viele dieser Zugänge komplett versperrt.

BREXIT und England Resident: Klug beraten ist, wer jetzt bei Meldeadressen / Wohnsitzerfordernissen handelt!

Die Zurverfügungstellung von Meldeadressen und Wohnsitzen in England basiert derzeit im Wesentlichen auf der Möglichkeit der freien Wohnsitz- und Arbeitswahl innerhalb der EU. Dies kann sich ändern, wenn Großbritannien aus der EU austritt. Möglicherweise müssen dann zusätzlich langfristige Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisse beigebracht werden, wenn ein Wohnsitz in England begründet werden soll. Hier werden die Verhandlungen über den Austritt zwischen Brüssels und Großbritannien sicherlich Klarheit bringen.

 

Der derzeitigen Diskussionen im englischen Parlament könnten im "worse case" zu erheblichen Veränderungen für EU Bürger ab dem Austritt Grossbritanniens aus der EU führen:

 

Es zeichnet sich derzeit ab, dass EU Bürger, die vor dem endgültigen Ausscheiden Großbritanniens aus der EU hier einen qualifizierten Wohnsitz begründen, diesen auch unbefristet weiter behalten werden können. Für EU Bürger, die dies jedoch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU vorhaben, gelten dann jedoch möglicherweise erheblich strengere bzw. kompliziertere Bedingungen!  

 

Klug beraten ist deshalb, wer jetzt handelt: Noch ist alles möglich! Noch können alle notwendigen Bausteine für die Begründung eines englischen Wohnsitzes, wie auch Beantragung einer englischen Sozialversicherungsnummer (NiNo), private Bankkonten usw. aufgebaut werden. Es macht also Sinn, schnell zu handeln!

Vorsicht: Meldeadresse ist nicht gleich Meldeadresse und dann in keinster Weise als Wohnanschrift geeignet!

Speziell bei Billigangeboten sollte man sich vorher im Klaren darüber sein, welches Risiko damit verbunden ist. Denn ein Briefkasten, eine Fakadresse, ein Hotel oder ein Campingbus kann niemals als qualifizierte Meldeadresse dienlich sein, ebenso wenig wie ein Büro, eine Lagerhalle, eine Garage oder eine Ruine.

 

Die Nutzung einer solchen Adresse ist speziell dann ein fataler Fehler, wenn es z.B. um Behörden Angelegenheiten (dazu gehört natürlich auch der Führerschein), Steuersachen oder rechtliche Angelegenheiten geht, und kann gravierende Folgen haben!

 

Man sollte sich auch von dem Irrglauben trennen, dass man mit einer englischen Meldeadresse zum Beispiel als Wohnsitzangabe, Erstwohnsitz oder Zweitwohnsitz usw. durchkommen werden, bei der z.B. in einer 3 Zimmer Wohnung bis zu 40 Mieter gemeldet waren. Auch wenn es billig ist: Das geht garantiert schief!

 

Speziell bei Führerscheinanbietern kann man oft erstaunt im Internet die Bemerkung lesen "da England kein Meldegesetz hat, nehmen es die Behörden hier nicht so genau". Das zeigt leider, wie wenig Erfahrung manche Anbieter mit den Gegebenheiten vor Ort hier in England haben. Man sollte immer davon ausgehen, dass die englischen Behörden weder faul noch dumm sind!  

 

Eine "echte" qualifizierte und geeignete Meldeadresse muss sicherstellen, dass man zuverlässig die dort eingehende Post auch erhalten, dass es sich dabei um eine hochwertige bewohnte Privatwohnung handelt (Miete mindestens 1.500 - 2.000 Euro mtl. in London), die Wohnung keinesfalls überbelegt ist und man im Falle des Falles auch einen sogenannten "proof of address" auf seinen Namen lautend erhalten kann.

Warum ist die Qualität der Meldeadresse einer der kritischsten Punkte beim Führerschein schlechthin?

Laut EU Richtlinie werden ausländische Führerscheine in einem anderen Mitgliedsland nur dann anerkannt, wenn die sogenannten Wohnsitzerfordernisse eingehalten werden.

Stellen Sie sich bitte folgendes "worst case" Szenario vor:

Sie haben über einer der vielen Anbieter im Internet eine Wiedererteilung oder Umschreibung geschafft und sind im Besitz eines Führerscheines aus England. Bei der auf Ihrem Führerschein abgedruckten Wohnsitzadresse handelt es sich jedoch um eine günstige „Postresidenz, Postadresse, Private Postadresse oder ähnliches“.

Einige Jahre später haben Sie einen Unfall, schlimmstenfalls auch noch mit einem Personenschaden. Gehen Sie dann davon aus, dass die deutsche Behörde, Polizei und unter Umständen auch die Staatsanwaltschaft intensiv prüfen wird, ob die auf Ihrem englischen Führerschein abgedruckte Wohnadresse auch eine tatsächlich vorhandene Wohnadresse war oder es sich dabei um eine „Fakeadresse, reine Postkasten / Briefkastenadresse oder völlig überbelegte Adresse handelte. Wird man Ihnen das nachweisen können (und das wird man!), wird man die Gültigkeit Ihres Führerscheins anzweifeln und Ihnen die Straftat „Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis“ vorwerfen. Dies könnte für Sie gravierende Folgen haben. Denn bei einem Personenschaden könnte dann schnell eine „fahrlässige Körperverletzung“ mit erheblichen strafrechtlichen und dann auch finanziellen Risiken daraus werden.

Unser dringender Ratschlag – sparen Sie ja nicht am falschen Ende:

Bitte sparen Sie niemals an der Qualität Ihrer Meldeadresse in England, auf die Ihr Führerschein angemeldet werden soll. Gehen Sie immer davon aus, dass Sie zum Beispiel für 10 – 20 Euro pro Monat niemals eine Adresse erhalten werden, die einer Überprüfung standhaltenden wird – denn Hand aufs Herz: Wenn Sie darüber nachdenken, ob Sie so etwas zum Beispiel in Deutschland für diesen Betrag erhalten könnten, werden Sie sicherlich bestätigen, dass dies schlicht und einfach gesagt unmöglich ist!

Eine "Meldeadresse in England für 15-20.-- Euro im Monat" - wann erfüllt diese Ihren Zweck?

Bei einer "Meldeadresse" (besser gesagt reinen Postadresse) für 15 - 20.-- Euro pro Monat, wie sie von verschiedenen Anbietern im Netz offeriert wird, müssen Sie bei logischer Betrachtung davon ausgehen, dass diese niemals als Beweis der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wohnsitzerfordernisse standhalten kann. Solche Billigadressen sind sicherlich nutzbar, wenn es zum Beispiel um Standardpost ohne besondere Wichtigkeit geht. Bei Führerscheinen jedoch kann (wird) Ihnen die Verwendung einer solchen Adresse bei der Antragstellung früher oder später zum Verhängnis werden. Wir kennen Fälle, bei denen ein Führerschein selbst nach Jahren rückwirkend wieder aberkannt wurde (nebst Verfahren), weil eine solche Adresse bei der Antragstellung verwendet wurde. Passen Sie also auf!  

Und noch ein weiterer sehr wertvoller Tipp an Sie:

Glauben Sie niemals, dass die englische Führerschein Behörde DVLA sich in Unwissenheit badet oder gar hinter dem Mond lebt. Selbstverständlich kennen die Behörden sogenannte „Postresidenzen“ (wir übrigens auch) und werden Ihnen auch im Nachhinein sofort den Führerschein wieder aberkennen, wenn die Behörde DVLA feststellt, dass Sie mit einen solchen Adresse bei der Beantragung gearbeitet haben.  Darüber hinaus haben Sie dann möglicherweise neben den oben genannten Risiken auch noch mit einem Verfahren in England (neben einem event. Strafverfahren in Deutschland wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis) zu rechnen.

Achten Sie stets auf folgende wichtigen Anforderungen an die qualifizierte Meldeadresse als Wohnsitz:

Reine Wohngegend

Erreichbarkeit

Privat bewohnt

Sicherer Postservice

Verifizierbare, echte Adresse

Diskretion

Möglichkeit proof of address, z.B. Energieabrechnung usw.

Council Tax Anmeldung

Mietvertrag

Warnung vor "Meldeadressen" die gar keine sind - hier einige Beispiele:

Briefkasten Adressen

Fakeadressen

Hotels, Pensionen usw.

Caravan, Boote, Camping

Officeadressen

Garagen, Lager usw.

Unzureichender Wohnsitzerfordernisse oder der Beweis, dass ein Wohnsitz nur vorgetäuscht wurde ist mit Abstand der Hauptgrund, warum Führerscheine ungültig sind

Obwohl es die gesetzliche Regelung ganz klar vorschreibt speziell wann ein Führerschein grundsätzlich gültig oder ungültig ist: Unzureichende Wohnsitzerfordernisse oder der Irrglaube, dass eine Meldeadresse irgendwo "schon irgendwie" ausreichen wird sind garantierte Ablehnungsgründe für die Anerkennung der Gültigkeit von Führerscheinen speziell aus dem Ausland.

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