Teil 3 Unterschiede bei Führerscheinentzug Fahrverbotssperre Deutschland - England

Im Teil 1 gaben wir Ihnen einen grundsätzlichen Umriss über die Entziehung und Wiedererteilung einer in Deutschland erlangten Fahrerlaubnis und die oft schwierigen komplizierten und langwierigen Vorschriften.

 

Im Teil 2 erfuhren Sie mehr über die Möglichkeiten einer sogenannten ausländischen Fahrerlaubnis und deren Nutzung in Deutschland, sowie die damit verbundenen Chancen.

 

Hier im Teil 3 möchten wir nun die Unterschiede bei Fahrverbotssperren und Entzug der Fahrerlaubnis in Deutschland im Vergleich zu England näher beleuchten.

Europäische Gesetze haben viele Regelungen auch beim Führerschein in den letzten Jahren vereinheitlicht bzw. angeglichen. Das Ziel hierbei war es unter anderem, durch den sogenannten EU Führerschein, egal in welchem Land dieser ausgestellt wurde, zum einem dem jeweiligen Inhaber einer Fahrerlaubnis in jedem Mitgliedsland der EU uneingeschränkt die Möglichkeit zu verschaffen, diesen Führerschein auch rechtssicher nutzen zu können, andererseits aber auch bei sogenannten Sondersituationen, zu denen sicherlich auch der Entzug und die Fahrverbotssperre gehören, Regelungen zu schaffen, wie diese einheitlich abgehandelt und EU weit umgesetzt werden können.

Die entsprechende EU Regulierung finden Sie weiter unten als Download.

Dennoch gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede in landesspezifischen Regelungen und Verordnungen, die von den jeweiligen Führerschein Behörden unterschiedlich vollzogen werden. So entscheiden die deutschen Führerschein Behörden nach deutschen Gesetzen und Verordnungen, während in England eine zentrale Behörde mit dem Namen „Driver and Vehicle Licensing Agency“, oder kurz DVLA, selbstverständlich das Gleiche nach den Gesetzen des Vereinigten Königreichs tut.

Was ist das Problem bei der Fahrverbotssperre und beim Führerschein Entzug in Deutschland?

Kurz gesagt: Zunächst wäre eine Fahrverbotssperre, wie sie nach Verstößen zum Beispiel von Gerichten auferlegt werden, nicht mal unbedingt das große Problem. Sie haben gegen eine Regel verstoßen, sind zu schnell gefahren oder haben etwas getrunken oder konsumiert und sind erwischt worden. Dafür erhalten Sie eine Strafe, zumeist in Form einer Geldstrafe und einer befristeten Fahrverbotssperre. Nun gut. Das ist in jedem anderen Land auch so. Ordnung und Strafe muss sein, und der Staat braucht Geld.

Dann aber passiert speziell in Deutschland etwas Außergewöhnliches: Die ausstellende Führerschein Behörde schaltet sich in den meisten Fällen ein und zweifelt an, dass Sie auch nach der Fahrverbotssperre in der Lage wären, ein Fahrzeug ordnungsgemäß führen zu können bzw. sogar ein Risiko für die öffentliche Sicherheit darstellen würden – und entzieht Ihnen Ihre Fahrerlaubnis dauerhaft unter bestimmten, oft langwierigen Auflagen. Gleichzeitig bietet die Behörde Ihnen an, nach Erfüllung dieser Auflagen einen Antrag auf Wiedererteilung Ihres Führerscheines neu stellen zu dürfen oder gar erst dann einen Neuerwerb vornehmen zu können, wenn diese Auflagen erfüllt sind.

Bis dahin haben Sie schlicht und einfach gesagt keine Fahrerlaubnis und werden in einen Stand versetzt, als hätten Sie noch nie einen Führerschein besessen, mit allen (jedoch keinen interessierenden) existentiellen und einkommensspezifischen Konsequenzen, die in der Regel damit für Sie verbunden sind.

In Ihren Auszügen beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) finden Sie dies in Vermerken wie z.B. „die Person hat keine gültige deutsche Fahrerlaubnis, bzw. in engl. „the person is not holder of a valid German driving licence“. Rein rechtlich heisst dies jedoch im Klartext: Der Betroffene hat keinen Führerschein mehr, was soviel bedeutet wie "der Führerschein wurde endgültig entzogen" und kann nur wieder neu beantragt werden, wenn die entsprechenden Behörden dies genehmigen.

Eine dieser rein deutschen Auflagen ist die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung, oder kurz MPU genannt

Wir möchten hier nicht auf die vielen Risiken, Tücken, Verdächtigungen der Abzocke usw. bei der MPU eingehen. Das Internet ist voll davon, und Sie sind sicherlich bereits gut informiert, wie groß die Chancen sind, eine MPU erfolgreich zu durchlaufen sowie auch mit welchen monate- und oft  gar jahrelangen Laufzeiten, Einbußen und Kosten Sie rechnen müssen.

Was wir von Blackpearl Business Partners Ihnen sagen können ist die Tatsache, dass viele unserer Mandanten mit der MPU und ihrer persönlichen Behandlung durch Behörden, Psychologen und Berater im Wesentlichen nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sie fühlten sich vielfach abgezockt, als Menschen zweiter Klasse behandelt und hilflos ausgeliefert, ohne wirklich maßgeblich auf einen positiven Verlauf und ein zufriedenstellendes Ergebnis einwirken zu können.

Wo liegt hier nun der Unterschied zwischen Deutschland und England?

Selbstverständlich gibt es auch in England Fahrverbotssperren und auch Entzug von Fahrerlaubnissen. Es gibt auch in England gerichtlich auferlegte Fahrverbotssperren und auch der Entzug zum Beispiel bei Alkoholfahrten usw. ist klar geregelt. Eine MPU wie in Deutschland kennt man in England nicht, wohl aber auch die Durchführung von medizinischen Untersuchungen bzw. Blutabnahmen z.B. bei Fahrdelikten wegen Trunkenheit oder BTM. Diese können dann von der DVLA vor Wieder - Aushändigung eines entzogenen Führerscheins angeordnet werden und dauern in der Regel zwischen 60 – 90 min.

Auch kennt man das in Deutschland sehr gerne praktizierende „Allmachtsgehabe“ und die leider nur zu oft ausgeprägte Kundenfeindlichkeit vieler Behörden und dort arbeitender Beamte und Angestellte in England nicht. In England sind Behörden definiert als sog. „Kundenservice Stellen“. Genau so verhalten sie sich in der Regel auch.

Entsprechende Informationen zum Thema EU Punkteregister, Entzug bei Delikten in England bei Trunkenheit usw. finden Sie weiter unten als Download.

Fazit:

Mit einer MPU Auflage sitzen Sie in der Regel in Deutschland in der Falle und die Chance einer erfolgreichen Wiedererteilung hängt sprichwörtlich gesagt am „seidenen Faden“.  Schlimmer noch: Sie sind nicht mehr Herr bzw. Frau Ihrer Entscheidungen. Oftmals ist der Verlust der Mobilität mit  drastischen Einkommensverlusten oder gar existentiellen Risiken verbunden, wenn Sie zum Beispiel nicht mehr mit dem Auto in die Arbeit oder zum Kunden fahren können. Das wiederum interessiert den Beamten oder Angestellten im Amt, den Gutachter oder Psychologen bei der MPU Stelle jedoch gelinde gesagt einen Kehricht. 

Downloads zum Thema

EU Richtlinie Fahrerlaubnis und EU Fuehrerschein
EU Richtlinie Fahrerlaubnis.pdf
Adobe Acrobat document [637.7 KB]
EU Uebersicht Strafen bei Verkehrsdelikten
EU Uebersicht Strafen bei Fahrverstoesse[...]
Adobe Acrobat document [517.5 KB]
Ueberblick Application after drink driving
Ueberblick Application after drink drivi[...]
Adobe Acrobat document [306.7 KB]
Print Print | Sitemap
© Führerschein-Service-England.com